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BearingPoint: Experten wollen Markt für Verbriefungen wiederbeleben

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21. Dezember 2009
Ursprünglich waren Verbriefungen als Alternative zur Kreditfinanzierung von Industrieunternehmen gedacht. Dann aber entdeckten die Banken das Instrument als Mittel zur Refinanzierung und Auslagerung von Risiken. Ein Bombengeschäft – bis zur Finanzkrise. Trotz der negativen Erfahrungen soll der Verbriefungsmarkt jetzt wiederbelebt werden. Wie und warum dies geschehen soll, zeigt eine aktuelle Studie der Beratungsfirma BearingPoint.

Für seine Studie hat BearingPoint rund 60 Finanzinstitute, Dienstleister, Industrieunternehmen und Verbände befragt.

Hier die wesentlichen Ergebnisse im Überblick:

  • Eine drohende Kreditklemme kann nur mit einem funktionierenden Verbriefungsmarkt abgewendet werden.
  • Mit einer Wiederbelebung des Verbriefungsmarktes für die wichtigen Segmente ABS und MBS ist erst ab 2011 zu rechnen, lediglich für  ABCP sollten sich bereits in 2010 wieder Investoren finden. Dem CDO-Segment wird keine Rückkehr zugetraut.
  • Realwirtschaftliche Forderungen werden bei den zukünftigen Verbriefungen im Fokus stehen, im Besonderen Leasingforderungen, Handelsforderungen und Konsumentendarlehen, ein Wiederverpacken von Verbriefungstranchen hingegen nicht mehr.
  • Verbriefungen werden wirtschaftlich attraktiv bleiben, jedoch zu deutlich gestiegenen Risikokosten.
  • Vorrangiges Motiv für zukünftige Verbriefungen wird die forderungsbesicherte Refinanzierung und nicht die Risikoausplatzierung sein.

„Im kommenden Jahr wird der Verbriefungsmarkt die gewünschte Entlastung der Wirtschaft noch nicht ermöglichen können. Deshalb werden auch 2010 marktstützende Maßnahmen, wie die Fortführung von staatlichen Liquiditätshilfen notwendig sein, um eine drohende Kreditklemme abzuwenden“, kommentiert Werner Kreutzmann, Geschäftsführer und Leiter des Bereichs Financial Services bei BearingPoint.

Einführung eines Qualitätssiegels

Um das Vertrauen wiederherzustellen, fordern die Befragten deutlich mehr Transparenz, Standards und weniger komplexe Transaktionsstrukturen. Dies könnte nach Meinung von Experten mit der Einführung eines neuen Premium-Segments für qualitativ hochwertige, transparente und einfach verständliche Verbriefungen erreicht werden. So lautet der Vorschlag des Bundesverbands deutscher Banken (BdB).

74 Prozent der Befragten bestätigen dies und fordern die Einführung eines Qualitätssiegels, das Mindestanforderungen an die Ausgestaltung der Verbriefungen stellt. Ein standardisiertes Reporting (96 Prozent), eine regelmäßige Prüfung des Originators (87 Prozent) sowie ein standardisiertes Vertragswerk (75 Prozent) sollten zentrale Kriterien des Siegels sein.

Notwendig ist für 84 Prozent der Befragten auch die Abkehr von sogenannten Wiederverbriefungen. Verbriefungsgeschäfte sollten sich grundsätzlich auf realwirtschaftliche Forderungen wie zum Beispiel Leasing-, Handelsforderungen oder Konsumentendarlehen beschränken. Papiere mit kürzeren Laufzeiten und damit kürzeren Risikobindungen für den Investor sollten künftig im Vordergrund stehen.

Aufsicht für Ratingagenturen

Erforderlich ist nach Ansicht der Studienteilnehmer (73 Prozent) auch eine Aufsicht der Rating-Agenturen. 82 Prozent misstrauen den Ratings auf Verbriefungstransaktionen und sogar 94 Prozent den Agenturen selbst.

In Hinblick auf staatliche Unterstützung ist der Markt unschlüssig: Jeweils rund die Hälfte der Befragten hält staatliche Garantien (47 Prozent) und EU-Darlehensprogramme (53 Prozent) für wenig sinnvoll, um den Verbriefungsmarkt wieder anzukurbeln – der Rest befürwortet diese Maßnahmen.

„Sinnvoller ist es, Verbriefungstransaktionen über Qualitätsstandards und Transparenz so attraktiv zu gestalten, dass sie auch ohne staatliche Garantien Investoren finden“, sagt Hendrik Kollmann, Senior Manager im Bereich Financial Services und Asset Backed Finance Experte bei BearingPoint. Und: Die Banken seien in ihrer Gremienarbeit gefordert, tragfähige Qualitätsstandards zu entwickeln. Garantien würden lediglich die Weiterentwicklung des Verbriefungsmarktes verzögern, so der Experte.

oint/pan

 


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