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Aufschwung hin oder her: Die Wirtschaft befindet sich weiter auf Sparkurs. Inzwischen geht es aber nicht mehr um radikale Schlankheitskuren, sondern eher um ein kontinuierliches Fitness-Programm. So lässt sich jedenfalls das Ergebnis einer Umfrage des Düsseldorfer Beratungsunternehmens Kerkhoff Consulting interpretieren.
Für die Umfrage hat Kerkhoff Consulting rund 500 Topmanager aus allen Branchen der deutschen Wirtschaft befragen lassen. Ergebnis: Vier von fünf Unternehmen wollen ihre Kosten weiter senken und ihr operatives Ergebnis verbessern.
Auch beim Personal
Die Berater haben das Umfrage-Ergebnis auch nach den einzelnen Unternehmensbereichen segmentiert. Demnach will die Hälfte der Manager in der Produktion die Kosten senken, im Bereich Einkauf und Beschaffung ist es jeder Zweite. Aber auch beim Personal geben 34 Prozent der Befragten an, künftig weiter Kosten zu senken. Nur Forschung und Entwicklung bleiben meist von Einsparungen verschont: Nur acht Prozent der Unternehmen wollen hier Kosten sparen.
Auffällig: Im Bereich Produktion wollen wesentlich mehr große (57 Prozent) als mittelständische Unternehmen sparen (48 Prozent). Auch im Bereich Logistik sehen die Großunternehmen (42 Prozent) ein wesentlich höheres Kostensenkungspotenzial als Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern (29 Prozent).
Diese Unterschiede machen sich auch in den Maßnahmen bemerkbar. Nur 35 Prozent der Mittelständler nutzen zur Verringerung der Durchlaufzeiten in der Produktion eine interne Optimierung der Produktionsabläufe, bei großen Unternehmen sind es annähernd 50 Prozent.
Eine Optimierung der Verwaltungsprozesse haben bereits 69 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern durchgeführt. Bei Unternehmen unter 1.000 Mitarbeitern sind dies nur 60 Prozent, bei Unternehmen mit maximal 250 Mitarbeitern sogar nur 52 Prozent.
Einkauf und Beschaffung
Die Hälfte der befragten Firmen wollen im Einkauf die Kosten senken. „Umso erstaunlicher ist es, dass gerade im Einkauf weder bei großen noch bei kleinen Unternehmen ein modernes Einkaufsmanagement vorhanden ist“, sagt Gerd Kerkhoff, Gründer und Geschäftsführer von Kerkhoff Consulting.
Bei der Pflege der Beziehungen zu den Lieferanten führen immerhin 81 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern standardisierte Lieferantenbewertungen durch, 86 Prozent kontrollieren ihre Lieferanten systematisch.
Bei Mittelständlern sieht dies ganz anders aus: Nur 65 Prozent bewerten standardisiert, nur 63 Prozent kontrollieren. Sowohl Mittelständlern als auch Konzernen geht besonders viel Potenzial in der Einbindung der Einkaufsabteilung ins Gesamtunternehmen verloren. So ist der Einkauf nur bei 41 Prozent der befragten Unternehmen „stark“ und „sehr stark“ in die Produktentwicklung mit eingebunden.
Bei 44 Prozent der Unternehmen wird immer noch von Fachabteilungen Material eingekauft, ohne den Einkauf überhaupt mit einzubinden (so genanntes „Maverick Buying“). Auch neue Tools setzt der Einkauf nur selten ein: Gerade einmal ein Fünftel der Unternehmen nutzt ein Tool zur genauen Kalkulation der Kosten der eingekauften Produkte („Cost Breakdown“). Bei Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern sind dies sogar nur 13 Prozent. „Wer umfangreiche Kostensenkungen im Einkauf durchführen will, der muss diesen Bereich modernisieren“, sagt Kerkhoff.
Produktion und Verwaltung
Auch durch die Senkung des Umlaufvermögens lassen sich Kosten sparen. Kerkhoff: „Die größte Diskrepanz zwischen Mittelstand und großen Unternehmen sehe ich im Bereich Working Capital. Bei den Konzernen arbeiten zwei Drittel an einer unmittelbaren Senkung, im Mittelstand sind es schlappe 31 Prozent“, so der Berater.
Dabei beschaffen die meisten Mittelständler Kapital überwiegend über Bankkredite, bei großen Unternehmen sind das nur noch 57 Prozent. Das bedeutet: Große Unternehmen können sich günstiger refinanzieren und sind damit für die Zukunft wesentlich professioneller aufgestellt. „Mittelständler sollten aufwachen“, sagt Kerkhoff.
kc/pan
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