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BCG-Studie: Vermögensverwalter machen weniger Profit

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21. Juli 2010
Die gute Nachricht zuerst: 2009 stieg der Wert der weltweit von Asset Managern verwalteten Vermögenswerte um zwölf Prozent auf 52,6 Billionen US-Dollar – nach einem Rückgang um 17 Prozent im Vorjahr. Das belegt eine aktuelle Studie von Boston Consulting (BCG). Aber: Die Gewinne der Vermögensverwalter lassen zu wünschen übrig.

Hauptursache für die erneute Zunahme der Kapitalanlagen (Assets under Management, AuM) war die Erholung der Kapitalmärkte; lediglich ein Prozent ist auf Nettomittelzuflüsse zurückzuführen. Dabei fiel die Erholung in einzelnen Regionen sehr unterschiedlich aus.

Asien und Lateinamerika vorne

Während die verwalteten Kapitalanlagen in Europa und Nordamerika im Durchschnitt um zwölf bzw. elf Prozent wuchsen, legten sie in Japan und Australien nur um sieben Prozent zu.

Das stärkste AuM-Wachstum verzeichneten die übrigen asiatischen Märkte mit einem Plus von 25 Prozent sowie Lateinamerika mit einem Zuwachs von 22 Prozent.

In Deutschland verwalteten Asset-Manager 2009 Anlagen in Höhe von 2,3 Billionen US-Dollar. Doch trotz der starken Erholung der Branche nach der Finanzkrise ist eine Rückkehr zu Wachstumsraten und Profitabilität auf Vorkrisenniveau nicht absehbar.

Profitabilität unter Vorkrisenniveau

Während der Wert der global verwalteten Kapitalanlagen im Jahresendvergleich wieder zunahm, sanken die durchschnittlichen AuM sowie die Erträge der untersuchten Fondsgesellschaften zum zweiten Mal in Folge. So gingen die verwalteten Kapitalanlagen im Jahresmittel um vier Prozent, die Nettoerlöse um elf Prozent zurück.

Obwohl die analysierten Vermögensverwalter ihre Gesamtkosten 2009 um durchschnittlich sieben Prozent senken konnten, fiel ihr operativer Gewinn um 19 Prozent. Dennoch sind die Aussichten für Asset-Manager positiv: Für das laufende Jahr prognostiziert die BCG-Studie – infolge der erwarteten Zunahme der durchschnittlichen AuM und eines ertragreicheren
Produktmix – einen Anstieg der durchschnittlichen Ertragsrendite auf 35 Prozent; 2009 lag sie bei 31 Prozent bzw. 2008 bei 34 Prozent, nachdem sie 2006 einen Rekordwert von 40 Prozent erreicht hatte.

„Ein zunehmender Anteil von margenschwachen Produkten, Preisdruck sowie strukturelle Kostenerhöhungen erschweren eine schnelle Rückkehr der Branche zu einer Profitabilität auf Vorkrisenniveau“, sagt Kai Kramer, BCG-Geschäftsführer und weltweit für das Thema Asset-Management verantwortlich.

Mit Blick auf die Ergebnissituation vergrößerte sich 2009 der Abstand zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Vermögensverwaltern. Zwei Drittel der Fondsmanager konnten ihre Gesamtkosten reduzieren; doch gleichzeitig verbesserten weniger als 20 Prozent ihre Profitabilität. Dazu zählten vor allem Fondsgesellschaften, die ihre Einnahmen steigern und dank ihres attraktiven Produktangebots hohe Nettomittelzuflüsse generieren konnten – bei weitestgehend stabilem Preisniveau.

Die erfolgreichsten 20 Prozent der analysierten Vermögensverwalter (gemessen an Nettomittelzuflüssen) gewannen im vergangenen Jahr fast 90 Prozent der Nettozuflüsse. Knapp 40 Prozent der untersuchten Asset-Manager verzeichneten hingegen Kapitalabflüsse.

Investoren werden anspruchsvoller


Die Anforderungen der Investoren an Fondsmanager wachsen: Während private Anleger verstärkt auf die Wahl von verständlichen und risikoärmeren Produkten achten, fordern institutionelle Anleger vor allem Performance und Servicequalität ein – verbunden mit einer zunehmenden Wechselbereitschaft, sollten die Ergebnisse unter den Erwartungen zurückbleiben.

Infolge der Krise hat sich der Absatz einzelner Anlageklassen zugunsten passiv gemanagter Produkte verschoben. Dennoch werden aktiv gemanagte Aktienfonds auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Insgesamt scheint die Branche zu bisherigen Mustern zurückzukehren: einer zunehmenden Konkurrenz für traditionelle, aktiv gemanagte Produkte durch passive und alternative Angebote.

Emerging Markets sind wichtige Zielmärkte

Auch wenn der Anteil der Emerging Markets an den globalen AuM in den kommenden Jahren vergleichsweise klein bleiben wird, gilt dies nicht für neue Anlagen: 2014 werden über 25 Prozent der globalen Nettomittelzuflüsse auf diese Märkte entfallen. Asset-Manager sollten sich daher fragen, ob sie es sich langfristig leisten können, in Märkten wie Indien oder China nicht aktiv zu sein.

Nach vorn blickend heißt das: Vermögensverwalter sollten ihre Geschäftsmodelle – hinsichtlich Produkten, Zielmärkten und Vertrieb – weiterentwickeln und sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Kostenmanagement ist vor dem Hintergrund der aktuell unsicheren Märkte weiterhin wichtig. Es wird auch zukünftig Wachstumschancen für Asset-Manager mit gesunden Geschäftsmodellen und kreativen Strategien geben. Dazu gehören Themen wie Expansionen ins Ausland, neue Kooperationen und ein Ausbau des Geschäftsmodells durch M&A.

„Ob durch schnell wachsende asiatische Märkte oder durch die Nutzung von Chancen beim Thema Altersvorsorge in etablierten Märkten – auch im aktuell schwierigen Marktumfeld ist ein stabiles und nachhaltiges Wachstum für Asset-Manager realisierbar“, kommentiert Kramer.

bcg/pan

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Die Studie trägt den Titel: In Search of Stable Growth: Global Asset Management 2010. In dem Papier geben die Experten von The Boston Consulting Group eine Marktübersicht für mehr als 30 Länder.

 


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