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Mercer: Ungleiche Regulierungspraxis schwächt Europas Finanzdienstleister

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1. Juli 2011
Beim Kampf um hoch qualifizierte Mitarbeiter drohen europäischen Banken und Versicherern erhebliche Nachteile. Grund: Die US-Konkurrenz profitiert von einer vergleichsweise liberalen Regulierung und kann ihren Managern so weitaus attraktivere Konditionen bieten. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Personalberatungsfirma Mercer.

In einer gestern verbreiteten Mitteilung von Mercer heißt es, dass die amerikanischen Behörden die Vergütungspraxis bei den Banken und Versicherungen nicht so rigoros regulierten wie die Europäer. In den USA gebe es hierzu Richtlinien, die großen Spielraum für die Interpretation und Anwendung ließen.

Genau festgelegt

Im Gegensatz dazu hätten die Behörden in Europa genau festgelegt, wie die Boni zu strukturieren seien und welche Arten von Vergütungsinstrumenten eingesetzt werden müssten.

Mercer kritisiert insbesondere die unterschiedlichen Regelungen für die „aufgeschobenen“ Boni der Manager. Dabei wird ein Teil des individuellen Bonus zurückgestellt oder verschoben, typischerweise für mindestens drei Jahre. So will man erreichen, dass die Manager nicht nur kurzfristige Erfolge anstreben, sondern auch mittel- bis langfristige Risiken berücksichtigen.

Laut Studie setzen die meisten Finanzdienstleister in Europa inzwischen Performance-Konditionen oder Malus-Regelungen ein, um die aufgeschobenen Beträge zu reduzieren oder zu eliminieren, wenn die wirtschaftliche Entwicklung des Instituts nicht so positiv verläuft wie angestrebt. Im Gegensatz dazu haben viele US-Unternehmen diese Konditionen für Bonus-Aufschiebungen noch nicht eingeführt.

Die Studie zeigt, dass fast 90 Prozent der europäischen Banken und Versicherer langfristig laufende Aktienpläne eingeführt haben, die von den Performance-Konditionen abhängen. In den USA sind es dagegen nur 50 Prozent. Für Aktienoptionspläne setzen 75 Prozent der Unternehmen in Europa das Erreichen der Performance-Ziele voraus, in Nordamerika stellt dagegen keines der befragten Unternehmen diese Bedingung.

Viel sicherer

Konsequenz: In den USA kann man sich momentan viel sicherer sein, eine Bonuszahlung zu erhalten als in Europa, sagt Bernd Thomaszik, Leiter des Bereichs Vergütungsberatung bei Mercer in Zentraleuropa.

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die meisten Unternehmen, die leistungsbezogene Aktienpläne anbieten, diese an die Unternehmensperformance binden. Genauer: Etwa ein Drittel der Finanzdienstleister knüpft die Pläne an die Performance der Geschäftseinheit, ein weiteres Drittel an die individuelle, nicht an das finanzielle Ergebnis gekoppelte Performance. „Der Einfluss des Einzelnen ist also begrenzt“, so Thomaszik.


pan

 


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