ConsultingStar.com – Nachrichten und Exklusiv-Informationen über Consultants und andere Professionals


Homepage arrow Nachrichten arrow Personalberatung arrow Towers Perrin: 2010 wird das Jahr der gekürzten Boni


Towers Perrin: 2010 wird das Jahr der gekürzten Boni

Drucken E-Mail
7. Dezember 2009
Trübe Aussichten für 2010: Der Jobabbau geht weiter. Einstellungsstopps bleiben auf der Tagesordnung. Und: Viele Chefs erhöhen zwar die Grundgehälter, kappen dafür aber die Bonuszahlungen. Diese und weitere Hiobsbotschaften stammen aus einer aktuellen Studie der Personalberatungsfirma Towers Perrin.

In immerhin 5% der Unternehmen, die sich an der Studie beteiligt haben, sieht es noch sehr düster aus. Dort werden 2010 voraussichtlich mehr als 15% der Jobs gestrichen, so Towers Perrin.

Schwacher Trost: Andere Unternehmen wollen im kommenden Jahr deutlich weniger Stellen streichen als im laufenden Jahr. Dort, wo Stellen gestrichen werden, bewegt sich der Jobabbau zwischen 5 und 15%. Die deutliche Mehrzahl der Unternehmen (75%) will maximal 5% weniger Mitarbeiter auf der Payroll stehen haben.

2009 haben 59% der befragten Unternehmen Einstellungsstopps vorgenommen. Im neuen Jahr reduziert sich ihre Anzahl um ein Fünftel, liegt mit 41% aber immer noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Kaum höhere Gehälter

Towers Perrin zufolge werden die Unternehmen zwar auch 2010 Gehaltserhöhungen vornehmen – allerdings in deutlich geringerem Ausmaß als noch im laufenden Jahr. 2009 haben 59% der Studienteilnehmer die Grundvergütungen zwischen 2,5% und 4% angepasst.

Im kommenden Jahr werden in diesem Bereich nur noch 27% agieren. Die deutliche Mehrheit (75%) setzt 2010 auf Grundvergütungserhöhungen von bis zu 2,5%. Kein Studienteilnehmer wird die Grundvergütungen 2010 um mehr als 4% anpassen; 2009 war es noch jeder Zehnte.

Mit Nullrunden plant für das kommende Jahr rund ein Zehntel der deutschen Studienteilnehmer (11%), 2009 waren es immerhin noch mehr als ein Drittel (38%). Im internationalen Vergleich nehmen Deutschland und Großbritannien damit am seltensten Grundgehaltserhöhungen vor.

In den Niederlanden haben nur 7% der Unternehmen ihre Vergütungen im Jahr 2009 eingefroren, 2010 wollen hier 4% dieser Strategie folgen. Laut entsprechender europäischer Studien planen allein schwedische Unternehmen 2010 keine Nullrunden bei der Grundvergütung.

Knapp ein Drittel der Unternehmen (30%) plant, 2010 noch stärker bei Gehaltserhöhungen zu unterscheiden als in 2009. Der Großteil der Unternehmen (61%) folgt der bislang gängigen Differenzierungspraxis. Nach wie vor sind es dabei die individuellen Leistungsträger, die stärker bei Gehaltsrunden berücksichtigt werden, zunehmend aber auch erfolgreiche Teams und/oder Funktionen sowie Mitarbeiter in Schlüsselrollen.
 
Weiterhin rückläufige Boni für alle Mitarbeitergruppen

Aufgrund ihrer Dauer schlägt sich die Krise in Breite und Tiefe immer deutlicher in den Bonuszahlungen der Unternehmen an ihre Mitarbeiter nieder. So geht die Mehrzahl der Unternehmen international davon aus, dass die jahresbezogene Erfolgsvergütung im kommenden Jahr geringer als im aktuellen Jahreszeitraum ausfallen wird.

In Deutschland werden laut Towers Perrin im kommenden Jahr nur noch ein Fünftel der Unternehmen Bonuszahlungen auf dem Niveau von 2009 vornehmen, während 40% davon ausgehen, ihre Boni bis um die Hälfte reduzieren zu müssen. Dabei sind alle Mitarbeitergruppen in etwa gleichem Ausmaß von den Kürzungen betroffen.

Insgesamt erfordert die Finanzkrise mehr Flexibilität der Unternehmen in ihrem Performance Management. So gehen 29% der Unternehmen davon aus, im kommenden Jahr die Festlegung der Auszahlungshöhen in stärkerem Ausmaß auf diskretionären Bewertungen durch den Vorgesetzten basieren zu lassen. Je ein Fünftel der Unternehmen will mit größeren Performance-Spannen arbeiten und stärker relative Messgrößen im Vergleich zu absoluten Zielvorgaben nutzen.

Im Sinne einer stärkeren Nachhaltigkeit und Risiko-Orientierung in der Vergütung haben 2009 bereits 13% der Unternehmen so genannte Bonus-Bank Systeme eingeführt. Diese sehen eine mehrjährige Auszahlungsperiode sowie einen Performance-Vorbehalt vor. Weitere 5% erwägen eine solche Einführung im kommenden Jahr.

„Durch mehrjährige Bemessungs- bzw. Auszahlungszeiträume wird der Bonus damit auch an künftige Zielerreichungen gekoppelt. Gleichzeitig werden für bestimmte Mitarbeitergruppen bereits bestehende regulatorische Anforderungen berücksichtigt“, sagt Olaf Lang, Vergütungsexperte bei Towers Perrin.

Nachdem 2009 knapp ein Fünftel der Studienteilnehmer ihre Programme für Langfristvergütungen mit einer Perspektive von drei bis fünf Jahren verändert haben, zeigen sich die Unternehmen diesbezüglich für das kommende Jahr zurückhaltend.

2010 wollen weniger als 15% der Studienteilnehmer Änderungen vornehmen. Vor allem die Plantypen sowie die Zusammensetzung der Pläne sollen modifiziert werden. Lediglich 22% der Unternehmen reagieren auf die Finanz- und Wirtschaftskrise mit veränderten Zuteilungen im Rahmen ihrer Long-term Incentive-Pläne.

Talent Management ganz oben auf der HR-Agenda

Befragt nach den kritischsten Personal-Management-Aspekten für 2010, antworteten Unternehmen in Deutschland wie auch international, dass die Gewinnung von Talenten und deren Bindung und Entwicklung ganz oben auf der HR-Agenda stehe.

So ist für 94% der deutschen Unternehmen die Bindung von Schlüsselkräften das Top-Thema. Knapp zwei Drittel (61%) reagieren mit einer Erweiterung ihrer Talent Management-Programme, fast die Hälfte (45%) mit Grundgehaltserhöhungen. International wollen 69% der Unternehmen ihre Talent Management-Programme 2010 ausbauen.

„Gerade durch die moderaten Gehaltserhöhungen und reduzierten Bonusauszahlungen geraten die Unternehmen unter Druck, ihre Top Performer zu motivieren und zu binden. Deshalb ist es nicht überraschend, dass gerade für diese Zielgruppe im Rahmen des Möglichen Geldprämien und in verstärktem Umfang Entwicklungsprogramme zum Einsatz kommen“, sagt Beraterin Ute Fumagalli, die die Studie erstellt hat.

Die Daten für die Studie mit dem Titel „Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf das HR- und Vergütungsmanagement 2009/2010“ wurden im Oktober/November 2009 erhoben.

Die Analyse umfasst die Antworten von 56 Unternehmen in Deutschland. Inhaltliche Schwerpunkte stellen die Auswirkungen auf geplante Personalkapazitätsentscheidungen, Gehaltserhöhungen, Bonussystemgestaltungen und Long-Term Incentives dar.

Die Auswertungen wurden ergänzt durch Ergebnisse zeitgleicher Analysen bei 329 europäischen Unternehmen sowie 333 Unternehmen aus Kanada und den USA.

tp/pan

 


Stichwortsuche
Durchsuchen Sie alle Nachrichten und Profile von ConsultingStar.com



Neu registriert


Umfrage
Was bedeutet es für Barack Obama, wenn Mitt Romney ins Rennen um die US-Präsidentschaft geht?