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Towers Watson: Banker-Boni fast so hoch wie vor der Krise

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5. April 2011
Wer jemals geglaubt hat, nach der Finanzkrise würden sich die meisten Banker in Bescheidenheit üben, wird wohl spätestens jetzt eines Besseren belehrt: Laut einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Towers Watson kassieren die Beschäftigten in den Geldhäusern heute wieder fette Boni. Und dennoch hat sich etwas geändert.

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität zu Köln haben die Berater die Gehaltsdaten von rund 200.000 Bankangestellten in Deutschland, Österreich und der Schweiz analysiert. Ergebnis: Die Prämien kletterten 2010 um 14 bis 23 Prozent in die Höhe und liegen damit fast wieder auf dem selben Niveau wie vor der Lehmann-Pleite.

Unterschiede von Bank zu Bank

„Lediglich in den kapitalmarktnahen Bereichen ‚Investment Banking‘ und ‚Treasury and Capital Markets‘ wurden 2009 und 2010 überdurchschnittlich häufig keine Boni ausgezahlt“, sagt Martin Emmerich, Director Talent and Rewards bei Towers Watson.

Überraschenderweise schneiden die Tarifbeschäftigten besser ab als ihre Chefs auf den höheren Hierarchie-Ebenen der Geldhäuser. Die Boni der Ersteren lagen Ende 2010 im Durchschnitt zwischen elf Prozent und 30 Prozent höher als fünf Jahre zuvor. Die Manager auf den oberen Hierarchie-Ebenen hatten dagegen Bonus-Rückgänge zwischen zehn Prozent und 17 Prozent zu verzeichnen.

Insgesamt erhielten auch in der Krise nahezu 90 Prozent der Bonusberechtigten in Deutschland und Österreich tatsächlich eine Bonuszahlung. In der Schweiz liegt dieser Anteil sogar bei knapp 95 Prozent.

Laut Studie war lediglich im Krisenjahr 2009 eine gewisse Zurückhaltung spürbar: Damals wurden den Bankern in Deutschland durchschnittlich 40 Prozent weniger Bonus ausgezahlt, in Österreich 33 Prozent und in der Schweiz 25 Prozent weniger. Zum Vergleich: In den Boomjahren waren Steigerungsraten von bis zu 30 Prozent üblich.

Anteil der variablen Vergütung

Verglichen mit anderen Branchen spielt im Finanzdienstleistungssektor der Anteil der variablen Vergütung am Gesamtvergütungspaket der Mitarbeiter eine größere Rolle. „Die Analyse zeigt aber, dass sich die Vergütungsstrukturen erheblich zwischen den deutschsprachigen Ländern unterscheiden. So ist die Bedeutung der variablen Vergütung im Vergütungsmix in Österreich deutlich geringer als in Deutschland oder der Schweiz“, sagt Studienautor Dirk Sliwka.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich dies am Verhältnis der variablen Vergütung zum Grundgehalt auf den höchsten Hierarchieebenen. In Deutschland liegt die so genannte „Bonus to Base Ratio“ auf Bereichsleiter-Ebene im Durchschnitt bei 75 Prozent, in der Schweiz sogar bei 90 Prozent. Mit weitem Abstand folgt Österreich, wo Boni durchschnittlich nur 26 Prozent des Grundgehaltes bei Bereichsleitern ausmachen.

pan

 

 


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