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Headhunter-Verband VDESB löst sich auf

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13. Februar 2005
personalberatungBad Homburg v.d.H., 13. Februar 2005 - pan.  Die Vereinigung Deutscher Executive-Search-Berater existiert nicht mehr. Die Mitglieder des Verbandes wollen sich dem internationalen Headhunter-Verband AESC anschließen.



Die Mitgliederversammlung der Vereinigung Deutscher Executive-Search-Berater, kurz VDESB, hat die Auflösung des Verbandes beschlossen. Die Consultants wollen die Lobby-Tätigkeit jedoch nicht völlig aufgeben. Man werde jetzt Gespräche mit dem internationalen Verband Association of Executive Search Consultants führen, heißt es in einer Presseerklärung der VDESB vom vergangenen Freitag. Ziel sei eine "stärkere Internationalisierung" der Verbandsarbeit.

Offizielle Begründung für die Auflösung des zuletzt in Bad Homburg v.d.H. ansässigen Verbands: Die Mitglieder hätten sich bei der Gründung das Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit über das Berufsbild der Executive Search Berater aufzuklären und bestimmte Qualitätsstandards für die Arbeit dieser Consultants durchzusetzen. Diese Ziele seien nun erreicht und damit der Grund für ein Weitermachen auf nationaler Ebene entfallen, so die VDESB-Erklärung.

ConsultingStar.Commentar: Der Verband war 1983 von einer kleinen Gruppe um den Frankfurter Headhunter Jürgen B. Mülder gegründet worden, um die Interessen der deutschen Executive Search Berater besser gegenüber der Bundesregierung und der Bundesanstalt für Arbeit (heute Bundesagentur für Arbeit) vertreten zu können. Damals existierte noch das Vermittlungsmonopol: Die Vermittlung von Arbeitskräften war Sache der Nürnberger Behörde und ihrer nachgeordneten Dienststellen. Die deutschen Headhunter durften lediglich nach Topmanagern suchen, und auch das nur auf der Basis einer Art Gentlemen´s Agreement, das Mülder und seine Mitstreiter den Beamten der Bundesanstalt abgerungen hatten.

1994 fiel das Monopol der Bundesanstalt. Damit hatten die Mitglieder des Verbands ihr wichtigstes Ziel erreicht. Auch das Berufsbild der Headhunter und deren Qualitätsstandards waren zu diesem Zeitpunkt in deutschen Managerkreisen hinlänglich bekannt. So gesehen hätte man die VDESB bereits vor zehn Jahren auflösen können. Dass diese Entscheidung gerade jetzt gefallen ist, hängt wohl eher mit den erheblichen Spannungen unter den Mitgliedern zusammen, die bereits zahlreiche Austritte zur Folge hatten.

Gerade jetzt gäbe es jede Menge zu tun für einen solchen Verband, denn das Ansehen der Headhunter hat stark gelitten. Grund: Viele dieser Consultants hatten sich in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre angesichts eines überhitzten Arbeitsmarkts weit von dem Anspruch entfernt, den die VDESB-Gründer hochgehalten hatten. Die Klienten haben das nicht vergessen. Schade, dass der Vorstand des Verbands nicht den Mut hat, diese bittere Wahrheit auszusprechen.


 


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