Düsseldorf, 15. Februar 2005 - pan. Die deutschen Unternehmensberater klagen weiter über ein flaues Geschäft. Nur die mittelgroßen Firmen verzeichnen ein befriedigendes Wachstum.
Die Consulting-Konjunktur hat sich im vergangenen Jahr stabilisiert, Jubelstimmung mag jedoch nicht aufkommen. Anders als in den 90er Jahren verzeichnet die Branche keine zweistelligen Wachstumsraten mehr. 2004 kletterte der Honorarumsatz der deutschen Unternehmensberater lediglich um ein einziges Prozent nach oben. Die Consultants setzten insgesamt 12,34 Milliarden Euro um, im Jahr zuvor waren es 12,23 Milliarden.
Das meldet der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater unter Berufung auf eine branchenübergreifende Umfrage. "Wir verspüren bei unseren Klienten wieder eine vorsichtige Investitionsbereitschaft", sagte Verbandspräsident Rémi Redley auf einer Medienkonferenz, die heute in Düsseldorf stattfand.
Von der zaghaften Besserung des Geschäftsklimas konnten nicht alle Firmen profitieren. So verharrten die Umsätze der 40 größten Firmen nahezu auf Vorjahresniveau. Einzelne Unternehmen, etwa Marktführer McKinsey oder Branchenzweiter Roland Berger, mussten sogar Umsatzeinbußen hinnehmen. Diesen Firmen ist es offensichtlich nicht gelungen, das rückläufige Geschäft mit der Privatwirtschaft durch Neugeschäft mit Klienten aus dem öffentlichen Sektor zu kompensieren. Schuld daran sei die "kontrovers geführte Diskussion über die Vergabepraxis der öffentlichen Hand bei Beratungsprojekten", so Redley. Die Klienten bei Bund, Ländern und Gemeinden hatten in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres Aufträge gestoppt, um nicht in die Schlagzeilen zu geraten.
Besser als die großen schnitten die mittelgroßen Beratungshäuser ab. Zu ihnen rechnet der Verband Unternehmen, die zwischen einer halben Million bis 20 Millionen Euro Umsatz erzielen. Diese Firmen konnten 2004 um immerhin drei Prozent zulegen. Die Einzelkämpfer der Branche und solche, die keine halbe Million Euro Umsatz im Jahr machen, verzeichneten dagegen ein weiter rückläufiges Geschäft. Ihre Umsätze fielen um ein Prozent.
Erhebliche Unterschiede lassen sich auch bei der Nachfrage nach Angebotssegment beobachten. Genauer: 2004 waren vor allem die Dienste der klassischen Management Consultants wieder gefragt, IT-Experten und Personalberater hatten noch zu kämpfen, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage.
Die Aussichten für das laufende Jahr schätzt der Verband vorsichtig optimistisch ein. Redley rechnet mit einem Umsatzplus zwischen 1,5 und zwei Prozent. Die Branche stellt auch wieder ein. Zwischen 2500 und 3000 neue Beraterjobs werden 2005 in Deutschland vergeben. Und noch eine positive Meldung: Der Druck auf die Honorare scheint nachzulassen. Die Fälle, bei denen Berater gegen Erfolgshonorar arbeiten müssen, gingen spürbar zurück, freut sich Redley.
|