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Deloitte Consulting mit drastischem Umsatzminus Drucken E-Mail
unternehmenMünchen, 9. März 2005 - pan. Kluge Klienten, sinkende Preise, neue Struktur: Die Consultants haben im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich schlechter abgeschnitten als im Jahr zuvor. Oder etwa nicht?



Zuerst die gute Nachricht:  Die deutschen Berater des Wirtschaftsprüfungsriesen Deloitte Touche Tohmatsu scheinen auf dem bislang nur wenig beackerten Feld des öffentlichen Sektors gut voran zu kommen. So gelang es dem Team um Deutschland-Chef Peter Thormann in jüngster Zeit, Aufträge beim Senat der Stadt Hamburg und beim Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen an Land zu ziehen.

Nun die schlechten Nachrichten:  In einer aktuellen Medienmitteilung des Unternehmens heißt es, ein "genereller Preisrückgang und verstärktes Kostenbewusstsein bei den Kunden prägen den Markt der Beratungsleistungen". Und weiter: Der Umsatz des Beratungsbereichs habe insgesamt lediglich 148 Millionen Euro betragen. Im vergangenen Jahr hat der Umsatz laut eigenen Angaben noch bei 217 Millionen Euro gelegen. Das wäre ein Rückgang um fast ein Drittel.

Ganz so schlimm scheint die Lage aber dennoch nicht zu sein, denn in der Mitteilung heißt es weiter, "die Eigenleistung" der deutschen Consultants sei gegenüber dem Vorjahr "konstant" geblieben. Man habe den Umsatz aber wegen der "Zurückführung der globalen Consultingorganisation in die nationalen Ländergesellschaften" nach unten korrigieren müssen. Genauer: Im Geschäftsjahr 2003/2004 wurde lediglich jener Umsatz gezählt, den die deutsche Landesgesellschaft fakturiert. In den vorangangenen Jahren war dies offensichtlich nicht der Fall.

Wegen der Vorbereitungen für die Computermesse CeBit waren weder Peter Thormann noch die Pressestelle des Unternehmens kurzfristig für eine Stellungnahme zu erreichen. So bleibt die Vermutung unkommentiert im Raume stehen, dass Deloitte in den vergangenen Jahren auch jene Umsätze gemeldet hatte, die nicht in Deutschland fakturiert werden, um sich auf den einschlägigen Rennlisten möglichst weit nach oben zu schieben.

Deloitte Touche Tohmatsu ist das einzige unter den vier großen Wirtschaftsprüfungshäusern, das seine Consultingsparte trotz des Drucks durch die US-Behörden infolge der zahlreichen Bilanzskandale nicht abgespalten hatte.  Diesen Kurs hat das Unternehmen allerdings nicht konsequent verfolgt. So hieß es etwa im Juni 2002 bei einem Treffen der Partner in San Francisco, die Beratungssparte werde im Wege eines Management Buyouts an die eigenen Consultants verkauft. Einige Wochen später meldete das Unternehmen, die Berater-Einheit werde in Braxton umgetauft. Die Rechte an diesem Namen hatte Deloitte durch den 1984 erfolgten Kauf der Consultingfirma Braxton Associates erworben. Im März 2003 wurden diese Entscheidungen wieder rückgängig gemacht. Seitdem arbeiten die Consultants Seite an Seite mit den Wirtschaftsprüfern.

Dies ist der Hauptgrund, warum sich eine ganze Reihe von Klienten, darunter der US-Autobauer General Motors und der britische Mobilfunkriese Vodafone, von Deloitte abgewendet haben. Sie fürchten um die Neutralität und damit um die Glaubwürdigkeit der Testate eines Prüfungsunternehmens, das gleichzeitig als Berater auftritt. Deloitte hat deswegen eine Abteilung eingerichtet und Systeme aufgebaut, um, wie es in der Mitteilung heißt, "die Einhaltung der Unabhängigkeitsregeln in der Praxis" sicherzustellen.



 
  Datum: 16.05.2008

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