Chicago, 2. November 2005 - pan. Bislang herrschte Ungewissheit, jetzt aber ist es offiziell: Die Consultants von A.T. Kearney wollen ihre Firma von EDS kaufen - bis auf zwei Bereiche, die außen vor bleiben.
Nach wochenlangen, zähen Verhandlungen haben sich Michael Jordan, Chef des angeschlagenen texanischen IT-Riesen Electronic Data Systems, und Henner Klein, Nummer eins der traditionsreichen Beratungsfirma A.T. Kearney, endlich geeinigt. EDS wird 100 Prozent der Stimmrechte an seiner Beratungstochter an die Mitglieder der Führungsriege von A.T. Kearney verkaufen. So jedenfalls der Tenor einer Pressemitteilung, die A.T. Kearney am Mittwoch, 2. November, verbreitet hat. Über die Details der Vereinbarung, insbesondere über die Kaufsumme, schweigen sich die Parteien aus.
Die etwa 200 künftigen Partner müssen bis Ende November ihr Einverständnis mit dem Verhandlungsergebnis durch ihre Unterschrift besiegeln. Unbestätigten Informationen zufolge wird sich jeder Partner mit einer Summe von etwa 250000 US-Dollar, davon 50000 Dollar in bar, an A.T. Kearney beteiligen müssen. Auch die Principals, die in der Firmenhierarchie unter den Partnern angesiedelt sein werden, sollen Anteile erwerben können.
Zwei Bereiche bleiben bei dem Deal außen vor: Executive Search, also die Headhunter, und die so genannte Maintenance, Repair und Operations Management Group, kurz MRO. EDS verfolge insofern separate Lösungen, heißt es hierzu in der Mitteilung. In Kreisen von Headhuntern hält sich seit einigen Wochen das Gerücht, dass eine große, börsennotierte US-Personalberatungsfirma Interesse an der Executive Search Division von A.T. Kearney zeige.
Unklar ist weiter, ob sich Henner Klein auch künftig an der Spitze von A.T. Kearney halten kann. In den vergangenen Wochen hatte es erhebliche Kritik am behutsamen Führungsstil des Firmenchefs gegeben. Jetzt aber scheint sich das Blatt zu wenden: „Allein die Tatsache, dass Klein den Deal zustande gebracht hat, lässt seine Chancen wieder steigen“, heißt es hierzu aus dem Firmenumfeld.
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