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Heißer Herbst für Kfz-Versicherer Drucken E-Mail
Bonn, 26. September 2006 - sk. Es ist wieder soweit: Die alljährliche Rabattschlacht der Kfz-Versicherer steht vor der Tür. Doch diesmal ist es anders: Neben der üblichen Margenvernichtung durch den Preiskrieg am Jahresende hat die Branche nun auch mit der Erhöhung von Versicherungs- und Mehrwertsteuer zu kämpfen. „Diese Erhöhung müssen die Anbieter in ihren Tarifen weiter geben, doch sie tun sich schwer“, weiß Branchenkenner Dirk Schmidt-Gallas von der Unternehmensberatung Simon - Kucher & Partners.

Dieses Jahr wid Versicherungsbranche zweifach gebeutelt: Die Versicherungssteuer-Erhöhung trifft die Branche direkt, die Mehrwertsteuer schlägt über höhere Reparaturkosten in den Werkstätten auf die Kostenseite und damit ebenfalls auf die Erträge durch. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet für 2006 bereits mit einer Combined Ratio von 100 Prozent, das heißt: kein Profit.

Liegt die Combined Ratio auch nur 5 Prozent darüber, so bewirkt dies einen Ertragseinschnitt von einer Milliarde Euro für die Branche. „Daher müssen die Versicherer um höhere Prämien statt um niedrigere kämpfen und die anstehenden Steuererhöhungen in ihre Tarife einarbeiten“, betont Schmidt-Gallas.

Verkaufen um jeden Preis?

Doch stattdessen werden die Versicherer wohl auch in diesem Herbst wieder Mil-lionen an Werbekosten für die Wahrung des Images „günstiger Anbieter“ ausge-ben und gleichzeitig Millionen durch die gewährten Rabatte verlieren. So schrauben zum Beispiel Nachlässe von 10 Prozent bei der AXA oder 15 Prozent bei der HUK die Rabatterwartung der Kunden in die Höhe und schaden damit nach Ein-schätzung von Schmidt-Gallas nachhaltig der Branche. Auch die üblichen Erklärungsversuche, dass es sich lohne, Kfz-Versicherungen um jeden Preis zu verkaufen, sind haltlos, wie Untersuchungsergebnisse von Simon - Kucher & Partners belegen.

Das oft vorgebrachte Argument der Versicherer, man könne den Kunden mit der Kfz-Police ködern und den Ertragsmalus dann mit anderen Policen aus-gleichen, stimme nicht mit der Realität überein. Strategische Disziplin gefragt Das Problem sei nicht der Markt, sondern die fehlende strategische Disziplin der Versicherungsanbieter. Nur wenige können sich den Preiskampf leisten. Stattdes-sen empfiehlt Schmidt-Gallas eine klare strategische Ausrichtung: den Ertrag vor die Menge stellen und gleichzeitig die Vergütung des Vertriebs entsprechend anpassen. Den Rabattwunsch der Kunden könne man außerdem intelligenter befrie-digen, als durch das „plumpe Absenken der Tarife“. Die AMB-Tochter CosmoDirekt macht es vor: Sie führt einen neuen Tarif ein, bei dem der Kunde einen Rabatt auf seine Selbstbeteiligung erhält, der von seinem Schadenverlauf abhängt. Marktstudien zeigen, dass die Kunden dies als großen Wert empfinden und das zugrun-de liegende Prinzip „Leistung gegen Gegenleistung“ zu schätzen wissen.

Dr. Dirk Schmidt-Gallas ist Director im Competence Center Financial Services und Leiter des Frankfurter Büros von Simon - Kucher & Partners Strategy & Marketing Consultants. Die Unternehmensberatung ist mit derzeit rund 270 Mitarbeitern in Büros in Bonn, Bos-ton, Frankfurt, London, Mailand, München, Paris, San Francisco, Tokio, War-schau und Zürich vertreten.

Für Rückfragen, und detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Dr. Katja Erler (Public Relations), Tel: ++49 228 9843 372, Fax: ++49 228 9843 380, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
 
  Datum: 16.05.2008

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