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Steuererhöhung ist Gift für deutsche Versicherer Drucken E-Mail

Bonn, 3. November 2006 - SK. Die Versicherungen haben im Grunde keine Wahl: Sie müssen die Mehrkosten, die ihnen durch die anstehende Steuererhöhung entstehen, an ihre Kunden weiter geben ─ sonst vernichten sie sich selbst. So jedenfalls die Überzeugung von Dirk Schmidt-Gallas und Dieter Lauszus von Simon - Kucher & Partners.


Nach den Plänen der Bundesregierung soll nicht nur die Mehrwertsteuer, sondern auch die Versicherungssteuer ab 1. Januar 2007 von 16 auf 19 Prozent erhöht werden. Die deutsche Wirtschaft diskutiert noch, ob sie die Mehrwertsteuererhöhung an den Kunden weitergeben soll oder nicht.

Den Luxus dieser Diskussion hat die Versicherungsbranche nicht. An der Weitergabe der höheren Steuern an die Kunden führt kein Weg vorbei, sonst droht der Branche eine gigantische Wertvernichtung. Dies belegt das Beispiel der Kfz-Versicherung. In 2004, dem jüngsten mit GDV-Daten unterlegten Zeitraum, betrugen die Bruttoprämien 22,4 Mrd. Euro. Darauf entfiel Versicherungssteuer in Höhe von 3,6 Mrd. Euro. Dieser Betrag würde sich nach der Steuererhöhung um 0,7 Mrd. Euro erhöhen.

Hinzu kommt die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die die Versicherer über höhere Reparaturkosten in den Werkstätten ebenfalls betrifft. Bei der Schadenquote von 86 Prozent in 2004 sind etwa 2,7 Mrd. Euro an Mehrwertsteuer angefallen. Die Erhöhung per 1. Januar schlägt hier mit 0,5 Mrd. Euro zu Buche.

In der Summe würde die Branche mit 1,2 Mrd. Euro belastet, wenn die Erhöhungen nicht an die Kunden weitergegeben werden. Die Combined Ratio lag in 2004 durchschnittlich bei 95 Prozent, das versicherungstechnische Ergebnis in der gesamten Kfz-Branche also bei 1,1 Mrd. Euro.

Das heißt: Selbst wenn die Combined Ratio auch in 2007 bei günstigen 95 Prozent bliebe, wäre der gesamte Wert aus dem Kfz-Geschäft branchenweit durch die Steuererhöhung vernichtet. Für 2006 geht der GDV allerdings schon von einer Combined Ratio von 100 Prozent aus. Das würde bedeuten, dass aus dem ohnehin schon schmalen Ertrag in der Kfz-Sparte ein Minusgeschäft von branchenweit einer Milliarde Euro werden würde. Jede weitere Erhöhung der Combined Ratio um fünf Prozentpunkte kostet die Branche eine weitere Milliarde Euro.
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Dr. Dirk Schmidt-Gallas ist Director im Competence Center Financial Services und Leiter des Frankfurter Büros von Simon - Kucher & Partners Strategy & Marketing Consultants. Dieter Lauszus ist Partner und  Leiter des Competence Centers Financial Services von Simon - Kucher & Partners.

 

Simon - Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants:

Strategie und Marketing stehen im Fokus der Beratungsarbeit von Simon - Kucher & Partners. Die Wirtschaftsmagazine „Business Week“ und „The Economist“ bezeichnen Simon - Kucher als die weltweit führenden Pricing-Berater. Die Unternehmensberatung ist mit derzeit rund 300 Mitarbeitern in Büros in Bonn, Boston, Frankfurt, London, Mailand, München, Paris, San Francisco, Tokio, Warschau und Zürich vertreten.

 

Für Rückfragen, und detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Dr. Katja Erler (Public Relations), Tel: +49 228 9843 372,

Fax: +49 228 9843 380, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

 
  Datum: 17.05.2008

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