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Startseite Nachrichten Personalberatung Statt teurer Motivationsprogramme: Talente entdecken und managen
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Statt teurer Motivationsprogramme: Talente entdecken und managen |
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Mondsee, 14. August 2007 - ers/pan. Unternehmerisches Denken und Handeln, das fordern Unternehmer und Manager immer wieder von ihren Mitarbeitern. Sie wollen Beschäftigte, die selbstbewusst, selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten. Dass dieser Wunsch meistens unerfüllt bleibe, sei nicht weiter verwunderlich, schreibt Helmut Muthers. Der der in Mondsee (Österreich) ansässige Consultant plädiert in diesem Zusammenhang für einen neuen und radikalen Management-Ansatz.
Motivations-Programme sollen die Stimmung im Unternehmen verbessern: Vom Wäscheservice bis zum Betriebsausflug, von der Massage in der Mittagspause bis zu Mega-Events, vom bevorzugten Parkplatz bis zum hierarchieabhängigen Drehstuhl mit Armlehne, die Palette der Kuriositäten im Handwerkskasten für Motivation ist groß.
Eine neuere amerikanische Untersuchung¹ belegt jedoch, dass derartige Mühen der Chefs vergebens sind. Mitarbeiter-Zufriedenheit hat kaum Einfluss auf die Leistungsbereitschaft. Die Studie zeigt: Nur zwei Prozent der Produktivitätssteigerung resultieren aus Zufriedenheits-Management, die restlichen 98 Prozent kommen aus anderen Quellen. Die entscheidende Quelle: Nur Mitarbeiter, die leisten dürfen und können, die eine Aufgabe haben, die zu ihren Fähigkeiten passt, sind zufriedene Mitarbeiter. Der Zusammenhang ist also genau umgekehrt: Aus Produktivität folgt Zufriedenheit.
Weshalb tun sich so viele Unternehmer schwer damit, ihre Mitarbeiter so einzusetzen, dass sie ihren Fähigkeiten entsprechend arbeiten können? Warum glauben so viele Manager, dass ihre Mitarbeiter mit entsprechender Schulung in allen Bereichen Stärken aufbauen können? Wieso glauben Führungskräfte, dass die größten Leistungsreserven in den Schwächen zu finden sind?
Menschen lernen Schwächenbeseitigungsstrategie
Es ist ein gesellschaftliches Phänomen. In Erziehung und Ausbildung werden wir überwiegend mit der Beseitigung unserer Schwächen konfrontiert. Talente zu entdecken und gezielt auszubauen ist in den Lehr- und Ausbildungsplänen von Schulen und Akademien nicht vorgesehen. Michael Schumacher, Bill Gates, Franz Beckenbauer, Albert Einstein und viele andere erfolgreiche Menschen sind nicht in der Schule entdeckt worden. Überlegen Sie, wie es ist, wenn Kinder aus der Schule heimkommen, mit einer fünf in Mathematik und einer eins in Deutsch. Sie werden aufgefordert, Mathematik zu „büffeln“ – selbst wenn sich die gute Note in Deutsch verschlechtert und sie insgesamt nur noch Durchschnitt erreichen. So lernen Kinder Schwächenbeseitigungsstrategie.
Wie viel Frust ist dabei, wenn wir uns mit Fächern beschäftigten, an denen wir kein Interesse haben? Wie viel Energie brauchen wir, Themen zu bearbeiten, für die uns die Veranlagung fehlt? Schwächenbeseitigung ist das Grundprinzip, das in der Berufsausbildung, im Unternehmen und in der Weiterbildung fortgeführt wird. So beschäftigen sich Menschen oft ein Leben lang mit der Beseitigung ihrer Schwächen, ohne sich jemals bewusst zu machen, welche Talente sie haben.
Die meisten Unternehmer und Führungskräfte setzen die Stärken ihrer Mitarbeiter für bestimmte Tätigkeiten voraus. Wenn Aufgabe und Person nicht passen, kümmern sie sich darum, wahrgenommene Schwächen zu minimieren. Sie schicken die Mitarbeiter zur Weiterbildung, damit die Schwächen beseitigt werden. Sie wissen viel über Bereiche, in denen sich die Mitarbeiter schwer tun und nennen diese rücksichtsvoll „Wissensdefizite“ oder „Entwicklungs-Möglichkeiten“. Diese Vorgehensweise ist keine Förderung, sondern Schadensbegrenzung. Wer eine Veranlagung für gewissenhaftes Arbeiten hat, der passt besser in die Buchhaltung. Diesem Menschen wird man Initiative und Begeisterungsfähigkeit für eine Aufgabe im Marketing nicht antrainieren können. Dies ist jedenfalls keine sinnvolle Strategie, wenn es darum geht, Spitzenleistungen zu entwickeln.
Zusammenhang zwischen Talent und Produktivität
In Zeiten, in denen Unternehmen Spitzenleistungen entwickeln und sich vom Wettbewerb abheben müssen, sollten sie sich auf natürliche Gegebenheiten besinnen. Aufgaben, die mit den Talenten des Mitarbeiters in Einklang stehen, gehen ihm leicht von der Hand. Sie machen Spaß und der Energieverbrauch hält sich in Grenzen. Alles, was er talentorientiert macht, ist produktiv. Stellen Sie sich vor, wie die Ergebnisse eines Unternehmens explodieren, wenn alle Beteiligten ihren Stärken entsprechend arbeiten. Höchste Zeit, die alten Grundannahmen und Regeln zu ändern. Der Schlüssel zum unternehmerischen Wohlstand liegt darin, den persönlichen Wert des einzelnen zu erkennen und zu nutzen.
Jeder Mensch ist ein Unikat. Er hat einzigartige Talente und ein unverwechselbares Profil. Er macht im Laufe seines Lebens unzählige Erfahrungen, erwirbt Fähigkeiten, löst Probleme, knüpft Kontakte und unterhält Beziehungen. Die Frage, wie die Stärken eingesetzt werden, ist für den persönlichen Erfolg und den Erfolg eines Unternehmens entscheidend.
Seit vielen Jahren wird von Mitarbeitern unternehmerisches Denken und Handeln gefordert. Unternehmer wünschen sich Mitarbeiter, die selbst bewusst, selbst bestimmt und selbst verantwortet ihren Beitrag zum Erfolg leisten. Dass diese Vorstellung nicht erreicht wird, liegt am System. Die Menschen sind immer die Richtigen. Es gibt keine „falschen“ Mitarbeiter, es gibt nur falsch eingesetzte Mitarbeiter.
Menschen, die wider die eigene Natur arbeiten, sind unzufrieden und werden auf Dauer krank. Das ist Gift für den Unternehmenserfolg. Potenziale finden sich nur in Menschen. Wo sonst? Wer das anders sieht, macht sich selbst etwas vor. Geben Sie Ihren Mitarbeiter Gelegenheit, ihrem Wesen, ihren Fähigkeiten entsprechend zu arbeiten. Sie verändern sich positiv. Sie werden kreativer und engagieren sich mehr. Ihre Selbstmotivation wächst und sie erzielen bessere Ergebnisse. Die Stärken der Mitarbeiter sind die Quelle der Wertschöpfung und der Schlüssel zur Rentabilität.
Talentorientierte Unternehmensführung
„Empowerment“ nennt man den Prozess vom Mit-Arbeiter zum Mit-Unternehmer. Mitarbeiter erhalten die Möglichkeit, selbst bestimmt und selbst verantwortlich ihre Arbeit zu gestalten oder neue Aufgaben zu entwickeln. 90 Prozent der Menschen sind sich ihrer Stärken nicht bewusst. Wer nichts darüber weiß, kann sie nicht gezielt einsetzen.
Helfen Sie Ihren Mitarbeitern, die eigenen Fähigkeiten kennen zu lernen. Achten Sie auf berufliche und außerberufliche Besonderheiten, Problem-Erfahrungen, charakterliche Eigenschaften. Beobachten Sie den 24-Stunden-Menschen, nicht die 8-Stunden-Arbeitskraft. Oft nutzen Mitarbeiter ihre Talente in der Freizeit, bei Hobbys, als Trainer oder im Vorstand von Vereinen, bei der Organisation von Veranstaltungen, in ehrenamtlichen Funktionen. Fragen Sie sich, welche Stärken im Betrieb einsetzbar sind. Beginnen Sie mit dem talentorientierten Umbau Ihres Unternehmens.
Neue Aufgabe der Führung: Vermarktung von Talenten
Stellen Sie sich vor, Ihre Mitarbeiter entwickeln auf der Grundlage ihrer Fähigkeiten erfolgsorientierte Geschäftsfelder (Sportbegeisterter koordiniert Gesundheits-Management für Kunden) oder sie machen einfach mehr Umsatz, weil sie mit der passenden Zielgruppe zusammenarbeiten (Mitarbeiterin beherrscht die Gebärdensprache und betreut Gehörlose). Schaffen Sie Wettbewerbsvorsprung, indem sie anders arbeiten als ihre Konkurrenten.
Erfolgreiche Unternehmen sind Leuchttürme. Sie ragen mit ihren Mitarbeitern, ihren Produkten und Leistungen aus der grauen Masse der Austauschbarkeit heraus und besitzen Preisautonomie.
Schlagen Sie mehrere Fliegen mit einer Klappe. Lösen Sie eine positive Kettenreaktion in Ihrem Unternehmen aus. Selbstbewusste, selbstbestimmte, selbstmotivierte, sich selbst steuernde Menschen sind begeistert, engagiert, leidenschaftlich, kreativ, setzen ihre eigenen Ideen um, produzieren Spitzenleistungen, verbessern das Image, erhöhen Umsätze, reduzieren die Preissensibilität der Kunden, sind erfolgreich – für sich und ihr Unternehmen. Fehlzeiten gehen zurück, die Fluktuation sinkt. Als Unternehmer haben Sie es in der Hand. Sie bestimmen die Unternehmensstrategie, sie gestalten die Rahmenbedingungen für den Erfolg.
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¹ Stephen P. Robbins in „Across the Board“, Hrsg. The Conference Board, Ausgabe 3-4/2005 / Trendletter 05/2005
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Datum: 16.05.2008
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