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Geschädigten der Göttinger Gruppe droht "wirtschaftlicher Totalschaden" Drucken E-Mail

Stuttgart, 16. August 2007 - s&b/pan. Eine deprimierende Bilanz ziehen die Rechtsanwälte Steinhübel & von Buttlar nach der Gläubigerversammlung im Fall des insolventen Finanzdienstleisters Göttinger Gruppe: Die aktuellen Informationen über die Vermögenslage des Finanzdienstleisters deuteten auf einen "wirtschaftlichen Totalschaden" hin, so Insolvenzverwalter Rolf Rattunde laut einer Mitteilung der Stuttgarter Kanzlei. Rund 90.000 Betroffene werden durch ihre atypisch stillen Beteiligungen als Miteigentümer des Unternehmens eingestuft. Parallel zu dem Insolvenzverfahren der Göttinger Gruppe läuft beim Amtsgericht Göttingen ein Insolvenzverfahren gegen die Securenta AG, eine Tochter der Göttinger Gruppe. Die Geschädigten sollten ihre Aktivitäten jetzt auf dieses Verfahren konzentrieren, empfehlen die Anwälte.

Die Insolvenzquote gehe gegen Null, heißt es weiter in der Mitteilung der Stuttgarter Rechtsanwälte. Das Aktivvermögen der Göttinger Gruppe belaufe sich lediglich auf 988.000 Euro, davon 16.000 Euro liquide Mittel. Rattunde sehe den Fall anders gelagert, als bei der Securenta AG, wo noch etwas zu holen sei. Das von ihm wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit eröffnete Insolvenzverfahren der Göttinger Gruppe jedoch gerate laut Rattunde zum „wirtschaftlichen Totalschaden“.

Weder Gläubigerliste noch Personaldaten

Derzeit prüft der Insolvenzverwalter, ob Ansprüche gegen die Verantwortlichen geltend gemacht werden können. Weiterhin offen ist die Frage, ob diese Ansprüche rechtlich und auch wirtschaftlich durchsetzbar sind. Aktuell verfügt Rattunde weder über eine Gläubigerliste noch über die Personaldaten der atypisch stillen Gesellschafter und hat keine Einsicht über die Anlegerkonten. Sämtliche, in Form von Scans vorliegende Korrespondenz muss von ihm in langwierigen Zuordnungsprozessen geprüft werden. Sobald dieser Arbeitsschritt absolviert ist, wird der Insolvenzverwalter Nachforderungen an die Anleger stellen. Dabei geht Rattunde von potenziellen Nachforderungen in Höhe von 102 Millionen Euro aus.

Florian Johst, Anwalt der Stuttgarter Rechtsanwaltskanzlei Steinhübel & von Buttlar, die derzeit etwa 250 Anleger der Göttinger Gruppe vertritt, kommentiert die vorliegenden Ergebnisse des Insolvenzverwalters: „Die Gläubigerversammlung hat gezeigt, dass wir mit unseren Prognosen richtig lagen. Der Blick auf den Fall der Securenta AG lässt vermuten, dass die Insolvenzmasse dort deutlich höher liegen wird. Demzufolge können wir nur empfehlen, dass die Geschädigten im dortigen Verfahren ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden.“
 
  Datum: 17.05.2008

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