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Umfrage: Investoren sind scharf auf Sportartikelhersteller und Fitnessclubs Drucken E-Mail
Düsseldorf/München, 5. September 2007 – dd/pan. Die Freizeit- und Fitnessbranche genießt große Aufmerksamkeit bei Private-Equity-Firmen und anderen Finanz-Investoren. Die Manager dieser Firmen interessieren sich vor allem für Sportartikelhersteller. Unternehmen der Tourismus- und Hotelleriebranche halten sie für weniger attraktiv. Das sind nur zwei Ergebnisse einer Studie, für die der Prüfungs- und Beratungskonzern Deloitte über 1000 Vertreter der Private-Equity- und Investment-Branche befragt hat. Die Umfrage belegt auch, dass der Gesetzgeber ein wesentliches Engagement der Investoren in der Wettindustrie sowie in den Fußballclubs in Deutschland verhindert.

Die besten Umfragewerte, sowohl was die erwartete Umsatzentwicklung als auch das Interesse zukünftiger Investitionen angeht, verzeichnete die Fitnessindustrie.

Gut zwei Drittel der Investoren könnten sich demzufolge ein zukünftiges Engagement in diesem Bereich vorstellen. Wesentliche Übernahmekandidaten sind dabei Fitnessclubs, die zum einen im Premiumbereich angesiedelt sind und zum anderen solche, die ihr Leistungsangebot auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausrichten und damit schon heute auf die Folgen der demografischen Entwicklung reagieren.

Derzeit dominieren jedoch die Discountanbieter auf dem Markt – so konnte McFit im ersten Halbjahr 07 seine Mitgliederzahlen um 25 Prozent auf nunmehr 520.000 steigern.

Sportartikelhersteller führend

Die größte Investitionsnachfrage im Bereich des Sports besteht gegenüber Sportartikelherstellern, gefolgt von der Sportrechte- und Lizenzvermarktung. Jeder zweite Investmentmanager favorisiert eine persönliche Investition im Bereich der Sportartikelherstellung, im Gegensatz zur Beteiligung im Sportartikelhandel.

Einen der größten Wachstumsmärkte stellt dabei die Outdoorbranche dar, die aufgrund der Vielzahl an mittelständischen Anbietern zugleich gute Chancen für eine Fortsetzung des begonnenen Konsolidierungsprozesses bietet. Die Übernahme von Jack Wolfskin im Jahr 2005 durch Quadriga Capital und insbesondere die seither erfolgreiche Weiterentwicklung zu einer der bekanntesten Sport- und Bekleidungsmarken Deutschlands verdeutlichen die Möglichkeiten eines Private-Equity-Engagements.

Mauerblümchen Golfsport

„Obwohl der Golfsport ein positives Wachstum verzeichnet, wird er als Investitionsfeld in der deutschen Freizeitindustrie eher vernachlässigt“, so Niels Gronau, Golfexperte bei Deloitte. „Jedoch erwarten wir, dass die Golfindustrie in Zukunft aufgrund ihrer hohen Wachstumspotenziale eine ähnliche Fusionswelle durchlaufen könnte wie die Fitnessindustrie in den vergangenen fünf Jahren.

Durch einen Zusammenschluss mehrerer Anbieter würde die Branche an Attraktivität für potenzielle Investoren gewinnen.“
 Gerade einmal zehn Prozent der Investoren ziehen eine Beteiligung an einem Fußballbundesligisten in Betracht.

Stagnierender Umsatz

Als Begründung für diese Zurückhaltung werden vor allem die stagnierenden Umsatzerwartungen der Vereine angeführt – obwohl die Bundesligisten ihre Umsätze seit dem Jahr 2000 um im Durchschnitt zehn Prozent pro Jahr steigerten.

Stefan Ludwig, Senior Manager Leisure Group bei Deloitte: „Als Hindernis für finanzielles Vertrauen gegenüber Fußballvereinen lässt sich unter anderem die ‚50+1-Regel´ anführen, die es externen Investoren bislang nicht gestattet, die Mehrheit an einem Club zu erwerben. Trotzdem wird es den Vereinen zukünftig gelingen, ihre Einnahmepotenziale noch besser auszunutzen.“

Trotz sehr guter Wachstumserwartungen für die Spiel- und Wettindustrie, insbesondere im Onlinesegment, können sich nur wenige Manager eine Beteiligung in diesem Bereich in Deutschland vorstellen. Ursache ist die nach wie vor unsichere Rechtslage dieses Segments in Deutschland, bei der ein Großteil der Leistungen durch ein staatliches Monopol oder zumindest eine strenge Aufsicht eingeschränkt ist.
 
  Datum: 12.05.2008

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