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Statussymbole: Deutsche Vertriebsleute fahren auf deutsche Autos ab Drucken E-Mail

Frankfurt am Main, 25. September 2007 - pan. Die aufgeregte Diskussion über umweltschonende Kraftfahrzeuge hinterlässt bei einer der wichtigsten Kundengruppen der Autobranche so gut wie keinen Eindruck. Das sagt die Frankfurter Personalberatungsfirma Xenagos, die sich auf die Suche von Vertriebsleuten spezialisiert hat. Bei den deutschen Außendienstlern seien kleine, sparsame Fahrzeuge absolut unbeliebt, so Xenagos. Die Mehrheit bevorzuge die prestigeträchtigen Produkte deutscher Hersteller. Japaner hätten keine Chance. Nur eine einzige ausländische Marke könne sich einigermaßen behaupten.

In Deutschland steigt die Zahl der gewerblich genutzten PKWs. Im Juli 2007 wurden knapp zehn Prozent mehr von diesen Fahrzeugen zugelassen als im Vorjahresmonat. Anders sieht es für den privaten PKW-Markt aus: Im ersten Halbjahr 2007 ging die Nachfrage um 25 Prozent zurück.

Firmenfahrzeuge sind in den
meisten Fällen ein Teil der Vergütung. Sie sollen außerdem die Mitarbeitermotivation stärken.

Wenn es nach dem Wunsch angestellter
Vertriebsleute geht, sollen sie deshalb möglichst luxuriös sein. Neben dem Ansehen spricht allerdings auch die Wertstabilität für Autos deutscher Fabrikation.

Bei Xenagos seien 72 Prozent aller
offenen Positionen mit einem Firmenwagen ausgeschrieben, heißt es in einer Mitteilung der Beratungsfirma. Audi (24 Prozent), Volkswagen (23 Prozent) und BMW (12 Prozent) sind dabei die beliebtesten Marken.

"Das ist eine deutsche Spezialität", kommentiert
Xenagos-Geschäftsführer Christopher Funk. "In ausländischen Firmen findet man die starke Bedeutung der Firmenfahrzeuge sehr merkwürdig.

Eine einzige ausländische Marke

Der CDH, Zentralverband für Handelsvermittlung und Vertrieb, macht die gleichen Erfahrungen. Als eine seiner Dienstleistungen vermittelt er Firmenfahrzeuge an seine Mitglieder. Die deutschen Premiummarken Audi, Mercedes und BMW sind mit weitem Abstand am beliebtesten, denn sie belegen den Status eines Vertriebsmitarbeiters am besten.

Unter den ausländischen
Marken hat sich einzig der Volvo einen Platz erobert. Andere ausländische Marken, etwa aus japanischer Produktion, sind überhaupt nicht gefragt.

Überlegungen zum Umweltschutz spielen bei der Auswahl keine Rolle - wohl aber die Höhe der Betriebskosten. Auf diese Weise liegen Dieselfahrzeuge schon seit Jahren im Trend und benzinsparende Fahrzeuge gewinnen an Boden.

Ein etwas differenzierteres Kundenverhalten stellt Thomas Reiter, Prokurist beim Flottenmanager Car Professional Management, fest. Er beobachtet steigendes Interesse an alternativen Antriebsformen. Die Kunden fragen danach, jedoch können sie sich selten für ein alternatives Fahrzeug entscheiden, etwa für ein Auto mit Erdgasantrieb. Hindernisse sind die höheren Anschaffungskosten sowie das schwach entwickelte Tankstellennetz.

Reiter rechnet damit, dass die Kunden in den nächsten drei Jahren verstärkt Autos mit Dieselhybridmotoren nachfragen. "Ein Dieselhybridmotor vereint die Stärken eines Dieselmotors auf Langstrecken mit den Vorteilen eines Elektromotors im Stadtverkehr", erklärt er. "Ein solches Fahrzeug würde den vergleichsweise hohen Dieselverbrauch im Stadtverkehr deutlich reduzieren und auf langen Strecken die wirtschaftlichen Vorteile des Selbstzünders ausnutzen."
 
  Datum: 16.05.2008

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