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Beratergruppe Neuwaldegg: Manager ertrinken in Informationsflut Drucken E-Mail

Wien, 8. Oktober 2007 - bgn/pan. Noch vor wenigen Jahren war mangelnde Information vor allem in Change-Prozessen das Hauptproblem. Das hat sich geändert. Die Manager verfügen heute über alle nötigen Informationen, sehen aber den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und dies wirksam umzusetzen – darum gehe es heute mehr denn je, sagen die Experten der Beratergruppe Neuwaldegg in Wien. Per Umfrage haben sie zudem herausgefunden, dass Frauen im Management leichter mit der Informationsflut zurechtkommen als Männer. Und sie haben auch eine Vermutung, warum dies so ist.

Manager in Österreich, Deutschland und der Schweiz steuern ihre Unternehmen und Abteilungen zu rund einem Drittel spontan, der Rest der Steuerungsaktivitäten erfolgt durch bewusste, reflektierte Aktion. Das ist eines der Ergebnisse des Neuwaldegger Top-Management Survey, einer jährlichen Umfrage unter 300 Führungskräften in den genannten Ländern. 37 % der Manager geben an, immer alle Informationen zu haben, die sie für die erfolgreiche Steuerung ihrer Bereiche benötigen, noch einmal 56 % sagen, sie hätten diese Informationen meistens.

„Manager sind grundsätzlich eher geneigt, sich in ihrer Arbeit sehr sattelfest zu fühlen. Hier spielt das subjektive Empfinden eine wichtige Rolle“, sagt Michael Patak, geschäftsführender Gesellschafter der Beratergruppe Neuwaldegg, dazu. „Interessant ist aber, dass ein deutlicher Unterschied zwischen Männern und Frauen zu erkennen ist.

Frauen eher unsicher

Immerhin 11 % der weiblichen Führungskräfte geben an, dass sie nicht immer über alle notwendigen Informationen verfügen, unter den Männern sind dies hingegen gerade einmal 3 %. Frauen haben wohl kaum weniger Informationen oder benötigen mehr Informationen als ihre männlichen Kollegen. Sie sind einfach ehrlicher“, stellt Michael Patak fest.

Die größte Herausforderung liegt aber offensichtlich nicht im zuviel oder zuwenig, sondern besteht heute darin, aus der Fülle der Informationen die richtigen auszufiltern. Das stellt für mehr als 50 % der Führungskräfte Tag für Tag das größte Problem dar. Männer (56 %) finden die Selektion der Information grundsätzlich schwieriger als Frauen (44 %). Nur 2 % sagen, sie bekämen „falsche Informationen“, 14 % leiden unter „zu wenig“ Information.

Etwa zwei Drittel der Steuerungsaktivitäten durch Führungskräfte erfolgen als bewusste, reflektierte Aktion, 36 % der Steuerungsaktivitäten setzen Führungskräfte spontan. Auch hier bestätigt das Zahlenmaterial ein Klischee: Frauen steuern stärker spontan (42 %) als Männer (32 %).

Strategien und Pläne

Die am häufigsten eingesetzten Steuerungsinstrumente sind die klassischen: Strategien und Pläne (65 %), Ressourcen- und Budgetplanung (47 %), strukturelle (45 %) und personelle (43 %) Maßnahmen. Österreichische Manager steuern stärker über Strategien und Pläne (72 %) sowie Personalmaßnahmen (53 %) als deutsche (63 / 42 %) und Schweizer Führungskräfte (61 / 37 %).

Kulturelle Maßnahmen spielen mit 16 % eine – noch – untergeordnete Rolle. Hier orten die Berater Entwicklungspotenzial:
„Alle steuern über Strategie, Struktur, personelle Maßnahmen und Budgets. Weibliche Führungskräfte schlagen hier öfters schon andere Wege ein. Sie vertrauen häufiger auf die Kraft von Maßnahmen, die auf Veränderungen der Unternehmenskultur abzielen. 27 % der Frauen, jedoch nur 9 % der Männer setzten auf diese Instrumente“, heißt es in einer Mitteilung der Beratergruppe.

Um den Bereich der Unternehmenskommunikation zu steuern, setzen 46 % der Manager auf Kommunikationsrichtlinien – dies vor allem in der Schweiz (58 %) und Deutschland (52 %).

Österreichischen Führungskräften ist dieses Instrument deutlich unwichtiger (22 %). Sie setzen eher auf Schulungen und Trainings (41 %). Dazu Michael Patak: „Das ist der größte Unterschied zwischen Deutschen und Österreichern den wir je hatten. Pointiert formuliert: Während die Deutschen Richtlinien ausarbeiten und kontrollieren, setzen sich die Österreicher rasch einmal außerhalb des formellen Protokolls zusammen.“
 
  Datum: 16.05.2008

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