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Europäische Unternehmen legen ihre Zahlen immer schneller vor Drucken E-Mail

Köln / Wien / Zürich, 15. November 2007 - ifb/pan. Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben in den vergangenen vier Jahren die Veröffentlichung ihrer Jahresabschlüsse deutlich beschleunigt. Dies zeigt eine neue Studie, die der Beratungs- und Softwareanbieter ifb group und das europäische Beratungsnetzwerk BPM International erstellt haben. Demnach haben Schweizer Großunternehmen seit 2004 ihre Abschlusszeiten im Schnitt um sensationelle fünfzehn Prozent verkürzt, Deutsche und Österreicher immerhin um drei Prozent. US-Unternehmen schnitten dagegen schlechter ab als in früheren Jahren.

Zu den Spitzenreitern in Deutschland zählen Software AG (23 Kalendertage), SAP (24 Tage) und Merck (30 Tage); SAP liegt bei bei einem Vergleich der 150 größten Unternehmen Europas auf Rang 3. Die stärkste Verkürzung der vergangenen vier Jahre erzielten in Deutschland Pfeiffer Vacuum Tech (56%), Software AG (48%) und MAN (42%).

In der Schweiz geben SGS (15 Tage), Novartis (18 Tage) und Logitech (19 Tage) ihre Zahlen am schnellsten bekannt. Unter den 150 größten Konzernen in Europa liegt Novartis sogar auf Rang 1. Bei der Verkürzung sind in der Schweiz Julius Baer (44%), Synthes (38%) und Phonak (35%) führend.

Spitzenreiter Uniqa

Die schnellsten Veröffentlichungen in Österreich erzielten UNIQA Versicherungen (22 Tage), Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment (23 Tage) und Verbund (51 Tage). Die prozentual größte Verkürzung verzeichnen Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment (57%), UNIQA Versicherungen (54%) und Erste Bank (23%).

"Der Trend zu immer kürzeren Abschlusszeiten ist auch in anderen europäischen Ländern evident", sagt Johannes Balling, Partner der ifb group. Die stärkste Reduktion der vergangenen vier Jahre verzeichnen Großunternehmen in der Schweiz (im Schnitt 15% schneller), den Niederlanden (11%) und Norwegen (7%); während sich in den USA die bisher weltweit schnellsten Abschlussprozesse um durchschnittlich 10% verlangsamt haben. "Wenn die Veränderung in diesem Tempo weiter geht, verlieren die USA ihre Position als ´Könige des Fast Close´ in den nächsten 10 Jahren an ein europäisches Unternehmen", sagt David Jones, Chairman von BPM International.

Viele Unternehmen führen seit Jahren so genannte Fast-Close-Projekte durch, um ihre Berichtszeiten weiter zu verkürzen. "Für CFOs (Finanzvorstände) und Analysten sind Abschlusszeiten eine Schlüssel-Benchmark", sagt ifb-Partner Johannes Balling: "Denn Tempo und Effizienz der Abschlussprozesse sind symptomatisch für die Qualität der Finanzprozesse und -systeme und damit für die Qualität der Managementprozesse und -systeme insgesamt."

Sarbanes Oxley

Die USA haben bereits die Krone für die schnellste Bekanntgabe der testierten Ergebnisse an den Schweizer Konzern SGS abgegeben. "Die Verlangsamung in den USA dürfte vor allem durch Sarbanes Oxley Act (SoX) verursacht sein", sagt David Jones. Während der vergangenen vier Jahre verkürzten die Schweizer Großunternehmen die Dauer für den testierten Jahresabschluss um durchschnittlich 10%, während US-Unternehmen heute durchschnittlich 40% länger benötigen als vor vier Jahren.

Ein anderer Trend ist die sinkende Anzahl von Jahresabschlüssen, die nur mit Testierung bekannt gegeben werden: Der Anteil in den USA liegt inzwischen bei 5% im Gegensatz zu 45% vor vier Jahren. Weit weniger dramatisch ist dieser Trend in Europa, obwohl viele europäische Großunternehmen SoX ebenfalls beachten müssen. In Großbritannien und der Schweiz ist dieser Anteil geringfügig gesunken, während er in Norwegen und den Niederlanden sogar gestiegen ist.

Europaweit sind die größten niederländischen und britischen Unternehmen nach wie vor am schnellsten bei der Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse. Deutschland, Österreich und Schweiz bilden wie in den letzten Jahren das Schlusslicht, holen aber auf: In allen drei Ländern haben über 60% der größten Unternehmen ihre Abschlusszeiten um über 4,5 Tage verkürzt.

Der Abstand zwischen europäischen und US-Unternehmen hat sich bei der Bekanntgabe der testierten Ergebnisse innerhalb von vier Jahren dramatisch von 25 Tagen auf 9 Tage verkürzt. Doch die 100 größten US-Unternehmen haben mit durchschnittlich 31 Tagen bei den vorläufigen Ergebnissen noch immer einen bedeutenden Vorsprung von 20 Tagen gegenüber europäischen Unternehmen.

Close Cycle Rankings 2007

Die Studie mit der Bezeichnung "Close Cycle Rankings 2007" beinhaltet zahlreiche Ranglisten mit einem Vergleich der Großunternehmen verschiedener Länder weltweit, einschließlich eines Vier-Jahres-Vergleichs. Die Zahlen sind nach Regionen und Branchen aufgeschlüsselt, jeweils mit der genauen Anzahl der Tage vom Bilanzstichtag bis zur Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse und der testierten Abschlüsse.

Die Rankings basieren auf veröffentlichten und öffentlich verfügbaren Informationen (in Deutschland zum Beispiel der im deutschen Börsenindex Dax 100 notierten Unternehmen).

Zu unterscheiden sind dabei die vorläufigen Ergebnisse und die testierten Abschlüsse. Die Anzahl der Tage zwischen dem Ende des Finanzjahres und dem Datum der Veröffentlichung definiert die in der Studie bewerteten Abschlusszeiten.

 
  Datum: 10.05.2008

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