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Gartner rät Unternehmen, IT-Systeme gründlich zu modernisieren Drucken E-Mail

München, 21. November 2007 –– ner/pan. Neue Technologien, schärfere Gesetze, das Mitmach-Web und die wachsende internationale Ausrichtung der Unternehmen. Diese und weitere Faktoren werden die Software-Landschaft in den nächsten Jahren dramatisch verändern - und die Manager dazu zwingen, ihre IT-Anwendungen stärker an die Geschäftsprozesse anzupassen als bisher. Vor diesem Hintergrund ist es riskant, sich weiterhin mit routinemäßigen Software Updates zufrieden zu geben. Hier bestehe die Gefahr von großen Fehlinvestitionen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner.

Für das kommende Jahr rechnet Gartner in Deutschland mit einem deutlichen Zuwachs bei den Ausgaben für Unternehmenssoftware. Die Analysten erwarten 2008 Umsätze in Höhe von 2,2 Milliarden Euro für Anwendungen wie CRM (Kundenbeziehungsmanagement), ERP (betriebswirtschaftliche Standardsoftware) und SCM (Management von Lieferketten). Das entspricht einem Wachstum von 5,9 Prozent gegenüber 2007.

Neue Software-Modelle

Nach relativ schwachem Wachstum in den vergangenen Jahren steht in vielen Unternehmen nun zum ersten Mal seit der Jahrtausendwende ein größeres Software-Update an. Begünstigt wird die Dynamik dabei von der positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Ein wichtiger Wachstumstreiber ist die verstärkte Orientierung mittelständischer Unternehmen am internationalen Markt. Die entsprechend gewachsenen Anforderungen an Prozesse und Regularien spiegeln sich in verstärkter Nachfrage nach global einsetzbaren Plattformen wider.

Auch neue Abrechnungsmodelle, die zunächst abwartend betrachtet worden sind, werden für Innovationen im Markt sorgen: „Die aktuellen Kampagnen der großen Hersteller wie beispielsweise von SAP für „Business ByDesign“ und Microsoft für „Software and Service“ werden das Interesse für neue Servicemodelle steigern und zu wachsender Akzeptanz im Markt führen,“ sagt Gartner-Analyst Christian Hestermann. „Von diesen Angeboten der „Mega-Vendors“ werden aber auch kleine Spezialisten profitieren, die bereits länger entsprechende Angebote im Portfolio haben“.

Um den Anwendern klare Entscheidungshilfen bei diesen anstehenden Weichenstellungen zu geben, werden die Entwicklung der Unternehmensanwendungen und die Herausforderungen für deutsche Unternehmen eines der Schwerpunktthemen auf der Gartner Strategie & Technologie Konferenz am 3. und 4. Dezember in Frankfurt/Main sein.

Von „Application Ability“ zu „Process Agility“

„Unternehmen, die nicht genug Aufmerksamkeit auf die strategische Ausrichtung der Software richten und stattdessen schlicht den Upgrade-Fahrplänen der Software-Hersteller folgen, riskieren nicht nur Fehlinvestitionen, sondern auch ein Verkrusten von Strukturen, was letztlich zu reduzierter Innovationsfähigkeit führt“, warnt Hestermann.

Bei Investitionen in neue Software müssen nach Ansicht des Experten zunächst die Unternehmensziele und Geschäftsprozesse und die daraus entstehenden Anforderungen an die Anwendungen klar definiert werden. Eine enge Abstimmung mit Geschäftsleitung und Fachabteilungen ist hierfür unabdingbar.

“Unsere bisherige Sicht von “Applikationen” wie sie von den Anwendern und Herstellern in den letzten 20 Jahren geprägt worden ist, wird bis zum Jahr 2010 nicht mehr gültig sein“, so Hestermann. „Gerade bei kritischen Prozessen werden Anwendung in Zukunft nicht mehr allein aus einem monolithischen Block von einem Hersteller bestehen.

Um flexibel reagieren zu können, werden diese mit Komponenten aus unterschiedlichen Quellen wie etwa Software as a Service oder Open Source ergänzt und zu unternehmensspezifischen „Composite Applications“ verbunden.“

Empfehlungen an die Anwender

Als einen der ersten Schritte, um bestmögliche Ergebnisse mit Software-Investitionen zu erzielen, empfiehlt Gartner, das Business Process Management als speziellen Management-Bereich in der Geschäftsleitung anzusiedeln um so eine ganzheitliche Sicht auf die Prozesse zu erlangen. Entsprechend den primären Unternehmenszielen – sei es Effizienzsteigerung, Produktionserhöhung oder schnellere Produktentwicklung - können dann mit Hilfe der IT einzelne Prozesse optimiert werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einbindung des gesamten „Ökosystems“, in dem das Unternehmen agiert. Die passende Software-Stuktur ermöglicht es, die Zusammenarbeit mit Partnern, Kunden und Lieferanten zu vereinfachen und dabei trotzdem die Integrität der eigenen Prozesse zu gewährleisten.

 
  Datum: 16.05.2008

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