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Startseite Nachrichten Managementberatung Studie Delphi 2017: Forscher prognostizieren deutlichen Wertewandel
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Studie Delphi 2017: Forscher prognostizieren deutlichen Wertewandel |
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Heidelberg, 23. November 2007 – gim/pan. Individualisierung, Differenzierung und Pluralisierung - das waren die herrschenden Trends in den Go-go Nineties, den hektischen Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts. „Weniger Ich – mehr Wir“, lautet das Motto der kommenden Jahre. Die Menschen schrauben ihren Anspruch auf Selbstverwirklichung zurück, sagen die Experten der Gesellschaft für innovative Marktforschung in Heidelberg (GIM). In ihrer Studie „Delphi 2017“ zeichnen sie das Bild einer geläuterten Gesellschaft, wo der Begriff Verantwortung wieder ins Zentrum rückt. Diesmal allerdings ohne Sozialromantik, sondern in Kombination mit konkreten Hoffnungen auf persönliche Vorteile.
Anhand der Studie wurden fünf zukunftsrelevante Grundorientierungen identifiziert, die in den nächsten zehn Jahren für Lebensbereiche wie Gesundheit, Bildung, Arbeit, Bildung und Familie prägend sein werden:
1. Managing „Dutility“: Funktionieren im System
2. Living Substance: Zurück zum Wesentlichen
3. Embedding Individuality: Weniger Ich – mehr Wir
4. Creating „Lifeholder Value“: Gestalten und Partizipieren
5. Engaging in a Sane Society: Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung
„Besonders die bürgerliche Mitte wird sich um das Thema ‚Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung’ neu konstituieren“, sagen Kerstin Ullrich und Christian Wenger, die für die Studie verantwortlich sind. Das Thema Nachhaltigkeit biete der von Globalisierung und Reformen gebeutelten Mitte die Chance, eine neue Identität zu entwickeln, so die beiden Wissenschaftler.
Als weitere Grundorientierung haben die GIM-Forscher das Funktionieren im System (Managing „Dutility“) identifiziert. Dies bezeichnet eine gesellschaftliche Herausforderung ersten Ranges, die jeden einzelnen und alle Schichten der Gesellschaft betrifft: Die Menschen müssen immer mehr Lebensbereiche in immer weniger Zeit organisieren. Sie stehen unter Druck, immer mehr Aufgaben zu erledigen. Ihr Leben ist vollgepackt mit Verpflichtungen, Ansprüchen und Anforderungen.
Weniger Zeit, mehr Arbeit
Die frei zur Verfügung stehende Zeit schrumpft. Die Lebensform „Work Versus Life“ wird zu „Multi-Duty-Life“, in dem „Just in-Time“ und „Always On“ zum Alltag gehören. Das Leben wird zunehmend bestimmt von konsequenter Nutzenorientierung und Effizienzsteigerung. Die Folge: Der Raum für Individualität und Selbstverwirklichung schrumpft.
Der kleiner werdende Freiraum führt zu einer Änderung in den Grundorientierungen der Menschen. Sie wollen „zurück zum Wesentlichen“ (Living Substance). Die Menschen werden sich wieder stärker nach innen richten, so die Überzeugung der Forscher. Den Menschen werde bewusst, dass sie mit ihren Kräften haushalten müssen. Und sie stellen sich deshalb die Frage, was in ihrem Leben wichtig und wesentlich ist. Sie sehnen sich nach Sicherheit, Orientierung und Verlässlichkeit. Hinzu kommt der Wunsch, das eigene Leben stärker in die eigene Hand zu nehmen.
Es findet eine Änderung der Einstellung statt: vom Akzeptieren der auferlegten Eigenverantwortung (Rückzug des Staates) und der Verpflichtungszwänge zu einer selbstbestimmten Eigenverantwortung.
Als Mitglieder der Gesellschaft wollen die Menschen wieder stärker gestalten und partizipieren, weniger in traditionellen Formen des Engagements (Vereine, Kirche), sondern punktuell und situativ. Sie lassen dabei sowohl von persönlichen als auch beruflichen Interessen leiten (Creating „Lifeholder Value“).
Partizipieren heißt heute schon, mit anderen etwas zu bewegen und zugleich in eigener Sache zuhandeln.
Zur Studie „Delphi 2017 – Was Menschen morgen bewegt“:
An dieser Arbeit haben mehr als 40 Experten aus Deutschland und sechs weiteren Ländern mitgewirkt. Die Ergebnisse dieser Prognosen basieren auf einer zweistufigen qualitativen Befragung. Weil die Entwicklungen international verglichen wurden, entstand ein aussagekräftiges Bild des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland, Russland, USA, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien für den Zeitraum der nächsten zehn Jahre.
Aus den fünf Grundorientierungen haben die Experten die Anforderungen für zukunftsorientiertes Marketing abgeleitet. Unter anderem müssen Unternehmen und Marken in Zukunft auf Kontinuität und Wiedererkennbarkeit setzen und müssen stärker Teil sozialer Gemeinschaften werden.
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Datum: 16.05.2008
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