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Berlecon: Was IT-Dienstleister beim Schritt ins Ausland beachten müssen Drucken E-Mail
Berlin, 11. Dezember 2007 - con/pan. Der Fachkräftemangel und die große Konkurrenz lassen den IT-Dienstleistern keine Wahl: Wer überleben will, muss ins Ausland gehen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Erfolg habe nur der, dem es gelinge, seine Prozesse effizient zu gestalten und sauber zu dokumentieren, heißt es in einem heute veröffentlichten Bericht von Berlecon Research. Auch die kulturellen Unterschiede stellen eine Hürde dar, so die Berliner Experten. Selbst die Zusammenarbeit von Deutschen mit Österreichern oder Schweizern könne Probleme bereiten.

In dem Bericht, der auf mehreren Fallstudien beruht, beschreibt Belecon die Auslandsaktivitäten von zehn am deutschen Markt tätigen IT-Dienstleistern. Die Experten analysieren die Erfolgsfaktoren und Herausforderungen beim Aufbau globaler Liefer- und Absatzmodelle.

Erfolgreiche Umsetzung

Die Diskussion mit den Partnern der Fallstudien habe gezeigt, dass für eine erfolgreiche Umsetzung der Internationalisierungsstrategien vor allem effiziente und gut dokumentierte Prozesse sowie die Überbrückung kultureller Unterschiede unabdingbar seien, so Berlecon.

"Die Internationalisierung zwingt IT-Dienstleister dazu, die Service Delivery nach industriellen Normen zu organisieren", sagt Andreas Stiehler, Senior Analyst bei Berlecon. Die Integration ausländischer Kapazitäten bei Erstellung, Vertrieb oder Support der IT-Dienstleistungen bringe eine höhere Komplexität mit sich, deren Management ein prozessorientiertes Arbeiten und eine saubere Dokumentation erfordere, so der Experte.

Insbesondere für kleinere IT-Dienstleister, bei denen die Zusammenarbeit häufig noch auf Zuruf erfolgt, bedeuten die notwendige Neuordnung der Prozesse und die Dokumentation der Prozessschritte zunächst einen erheblichen Mehraufwand.

Höhere Qualität

Laut Berlecon zahlt sich dieser Aufwand jedoch aus. So bestätigten nahezu alle befragten kleineren Unternehmen, dass sich im Zuge der Internationalisierung die Reife des gesamten Dienstleistungsmodells und die Qualität der Dienstleistungen erhöht hat.

"Unabhängig vom Erfolg der Auslandsaktivitäten bietet die größere Prozessreife die besten Voraussetzungen, um die Produktivität und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der inländischen Konkurrenz zu steigern", ergänzt Stiehler.

"Effiziente und sauber dokumentierte Prozesse sind notwendig, aber für eine erfolgreiche Internationalisierung noch nicht ausreichend", erklärt Myriam Fricke, Analystin bei Berlecon. So hätten alle Studienteilnehmer betont, dass der Schlüssel zur erfolgreichen Internationalisierung in der Überbrückung kultureller Unterschiede läge.

Deutsche, Österreicher und Schweizer

Fricke weiter: "Diese müssen aber erst einmal erkannt und ernst genommen werden." Sprachliche und kulturelle Differenzen gebe es nicht nur zwischen Deutschen und Indern, sondern auch bei der Zusammenarbeit mit Österreichern oder Schweizern.

Der Report wertet die Erfahrungen der Unternehmen bei der Organisation der interkulturellen Zusammenarbeit aus. So empfehlen zum Beispiel nahezu alle befragten auslandserfahrenen Dienstleister, nach Möglichkeit direkt zu kommunizieren. "Ein persönliches Treffen oder Telefonat ist meist besser als der Austausch missverständlicher Informationen per E-Mail", erläutert Fricke.

Insgesamt, so betonen die Berlecon-Analysten, erfordere die erfolgreiche Internationalisierung einen Mentalitätswandelspeziell bei vormals ausschließlich national agierenden IT-Dienstleistern. "Es ist einfach ein großer Unterschied, ob ein Mitarbeiter oder eine Abteilung den Hauptteil der Leistungen selbstständig erbringt oder innerhalb einer internationalen Lieferkette mit Spezialisten aus dem Ausland zusammenarbeitet", erläutert Stiehler.

Erfolgsfaktor Personalentwicklung

Entsprechend unterschiedlich gestalteten sich auch die Anforderungen an das Personal und die Aufgaben der Personalentwicklung. So legten auslandserfahrene IT-Dienstleister bei der Einstellung und Entwicklung des Personals besonderes Augenmerk darauf, die Mitarbeiter zur Zusammenarbeit mit Spezialisten aus anderen Kulturkreisen zu befähigen und zu motivieren.

"Das Angebot von Sprachkursen und interkulturellen Seminaren ist dabei nur eine Seite der Medaille", unterstreicht Fricke. Genauso wichtig sei es, die Belegschaft bei der Planung von Auslandsaktivitäten einzubinden, offen mit Chancen und Risiken der Internationalisierung umzugehen und den Mitarbeitern Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.

"Eine erfolgreiche Internationalisierung ist mit demotivierten oder verunsicherten Mitarbeitern nicht zu bewerkstelligen", bringt es Fricke auf den Punkt.

Langfristige Vorbereitung

Berlecon empfiehlt Unternehmen, das Auslandsengagement langfristig vorzubereiten und bei der Planung ein hohes Gewicht auf Personalentwicklungs- und Change-Management-Maßnahmen zu legen.

Der Report "Global Delivery, Supply & Support in der Praxis" steht unter www.berlecon.de/interdig zum kostenfreien Download zur Verfügung.

 
  Datum: 16.05.2008

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