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PricewaterhouseCoopers: China mischt Logistikbranche auf

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21. Oktober 2010
Handelsrouten und Warenströme ändern sich mit rasanter Geschwindigkeit. Neue Logistikriesen entstehen und fordern die etablierten Unternehmen der Branche heraus. Mehr zu den Folgen dieser dramatischen Entwicklung steht in einer heute veröffentlichten Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers.

Es handelt sich um den dritten Teil der Studie „Transportation & Logistics 2030“. Die Wirtschaftsprüfer haben hierfür 90 Logistik-Experten aus 28 Ländern durch das Supply Chain Management Institut an der European Business School befragen lassen.

Intensiver Handel mit Brasilien, Malysia, Indonesien

Demnach nimmt vor allem die Bedeutung Chinas im Welthandel zu. Die Chinesen treiben intensiven Handel mit Brasilien, Malaysia und Indonesien und investieren in verschiedenen unterentwickelten Ländern Afrikas. Sie engagieren sich auch in anderen rohstoffreichen Entwicklungsländern und bauen dort eine Logistikinfrastruktur auf.

„China hat schon heute sieben der zwanzig größten Häfen der Welt“, sagt Klaus-Dieter Ruske, Leiter des Geschäftsbereichs Transport und Logistik bei PricewaterhouseCoopers (PwC). Andere Länder eifern China nach: Laut Studie werden bald auch indische, russische und südafrikanische Unternehmen zu den Logistikriesen zählen

Derzeit wächst der Handel zwischen Asien und den früheren Sowjetstaaten jährlich um 42 Prozent. Auch die Transportmengen auf der Süd-Süd-Route zwischen Südamerika und Afrika legen deutlich zweistellig zu.

Für internationale Logistikkonzerne eröffnen sich durch die Neuausrichtung der Warenströme erhebliche Chancen. Global agierende Unternehmen haben die stark wachsenden Logistikmärkte in den Schwellenländern bereits in den Fokus genommen. Daneben nutzen auch mittelständische Unternehmen den Wandel für weiteres Wachstum. Ein erfolgversprechendes Modell sind dabei vor allem internationale Kooperationen.

Rikscha und Handarbeit effektiver als High Tech

Die befragten Experten halten den Einstieg weiterer multinationaler Konzerne in diese Märkte für höchst wahrscheinlich. Dabei wird es nicht nur um eine Anbindung der Entwicklungsländer an den internationalen Handel gehen, sondern auch darum, sich die lokalen Märkte zu erschließen.

„Viele deutsche Logistikdienstleister haben die Emerging Markets als attraktives Wachstumsfeld fest im Blick“, sagt Heiko von der Gracht, Direktor des Centers für Zukunftsforschung und Wissensmanagement an der European Business School. „Westliche High-Tech-Logistik stößt dort jedoch schnell an ihre Grenzen. In den neuen Märkten können Rikscha und Handarbeit effektiver sein.“

Gleichzeitig wird der härtere Wettbewerb zu einer Konsolidierungswelle führen, prognostizieren die Experten. Die Zahl der Logistik-Anbieter, sie liegt in den BRIC-Ländern weit über 10.000, wird stark zurückgehen. 69 Prozent der im zweiten Quartal 2010 übernommenen Firmen liegen in Asien und Ozeanien.

Dass die Logistiker der Schwellenländer dagegen weiteres Wachstum in den entwickelten Märkten Europas und Nordamerikas suchen, halten die Teilnehmer der Studie jedoch für unwahrscheinlich. Vielmehr werden diese sich auf ihre Heimatmärkte und die ebenso wachstumsstarken Nachbarländer konzentrieren. Dort können sie auf zweistellige Zuwächse zählen – während die entwickelten Industrienationen selten ein Wachstum von mehr als fünf Prozent versprechen.

Freihandel und Privatisierung beschleunigen den Aufschwung

Freihandelszonen, die vor allem ausländische Direktinvestitionen ankurbeln, werden nach Ansicht der Experten auch den Schwellenländern erhebliches Wachstum ermöglichen. Laut Studie gibt es alleine in Indien Genehmigungsverfahren für 600 spezielle Wirtschaftszonen. Brasilien, China, Mexiko, Russland, Südafrika und die Türkei haben bereits Freihandelszonen eingerichtet.

Parallel dazu wird die Privatisierung voranschreiten. Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank treiben diesen Trend voran, indem sie Kredite an die Bedingung struktureller Veränderungen knüpfen.

China hat den Schwenk von der Staatswirtschaft zu einer Mischwirtschaft mit einem hohen Privatanteil geschafft. Die Rolle des Staates wird sich bis 2030 in vielen Ländern vom großen Wirtschaftsakteur zum Regulator wandeln. „Eine konsequente Privatisierungsstrategie und die Einrichtung von Freihandelszonen werden dem Handel und der Logistikwirtschaft in diesen Ländern zusätzlichen Schub verleihen“, prognostiziert Ruske.

pwc/pan

 


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